Jakob-Brucker-Gymnasium Kaufbeuren

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Französisch als fortgeführte Fremdsprache
Die moderne Mehrsprachigkeitsdidaktik

Der Erwerb von soliden und ausbaufähigen Kenntnissen in mehreren modernen Fremdsprachen gilt heute als erstrebenswerter Standard schulischer Ausbildung. Fremdsprachenkenntnisse gehören zu den Schlüsselqualifikationen, die für das Studium und später die Berufstätigkeit unerlässlich sind. Fachdidaktiker und Berufsberater sehen in der Kenntnis von mindestens zwei, möglichst aber drei oder mehr modernen Fremdsprachen heute eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche berufliche Tätigkeit. Für die Gestaltung des Privatlebens und der Freizeit sind sie von unschätzbarem Wert. Man denke nur an die vielen Reisemöglichkeiten, die sich vor allem auch jungen, ungebundenen Leuten bieten, oder die Vernetzung der Welt durch Medien, die uns ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation gibt.

Französisch als fortgeführte Fremdsprache
An unserem Gymnasium ist Französisch seit jeher nach Englisch die zweite wichtige Weltsprache, die die Schüler erlernen können.
Französisch ist zweite Fremdsprache und beginnt in Jahrgangsstufe 6, wird fortgeführt bis einschließlich Jahrgangsstufe 9, kann wahlweise weiter belegt werden in den Klassen 10, 11 und 12.

Französisch als dritte Fremdsprache beginnt in Klasse 8, wird fortgeführt bis einschließlich Jahrgangsstufe 10 und wird wahlweise in den Klassen 11 bis 12 belegt.

Die Schüler haben eine mindestens 3-jährige, im besten Fall eine 7-jährige Ausbildung in dieser Sprache und können den Fremdsprachenerwerb mit dem schriftlichen oder mündlichen Abitur, dem Colloquium, abschließen. Folgende Argumente sprechen für die Beibehaltung dieser Sprache möglichst bis in die Oberstufe und zum Abitur

  • die Ausbildung in einer fortgeführten Fremdsprache mit Beginn in Klasse 6 oder 8 vermittelt solide Grundlagen durch hohe Systematik in Grammatik- und Wortschatzarbeit und höhere Stundenzahl
  • die höhere Zahl der Lernjahre ermöglicht die Behandlung anspruchsvoller Texte, bzw. die Bewältigung komplexer Kommunikationssituationen
  • die Auseinandersetzung mit der Literatur, der Kultur Frankreichs und der französischsprachigen Welt wird zunehmend vertieft und differenziert, damit wird ein Wissenszuwachs erzielt, der vor allem auch der Persönlichkeitsbildung dient
  • im Abitur wird das Niveau B 2 des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens in allen Teilkompetenzen außer dem Leseverstehen erreicht, hier ist das anzusetzende Niveau C1*)

    *) Zum Vergleich: die Stufen auf der Skala dieses Referenzrahmens sind A 1 für die grundlegendsten Kenntnisse, dann A 2 für Basiswissen, B1 und 2 für gute, fundierte Kenntnisse, C 1 für sehr gute Kenntnisse und schließlich C 2 für die Sprachbeherrschung eines Muttersprachlers.
     
  • je fundierter und breiter die Kenntnisse sind, desto eher können fächerübergreifende Zusammenhänge hergestellt werden und Texte aus vielen verschiedenen Themenbereiche in der Fremdsprache gelesen und bearbeitet werden

Der Transfer: der wichtigste Aspekt der Mehrsprachigkeitsdidaktik
Der wichtigste Grund dafür, Französisch möglichst bis zum Abitur zu belegen, ist die Möglichkeit des Transfers zu verwandten romanischen Sprachen oder auch Englisch auf hohem Niveau. Unter Transfer versteht man die Übertragung des Wissens auf andere Sprachen, die ähnlich aufgebaut sind und viele Kongruenzen im Wortschatz aufweisen. Die romanischen Sprachen stammen aus einer gemeinsamen Ursprungssprache, dem Lateinischen. Das Englische hat lateinische und germanische Wurzeln, kann also auch über das Französische leichter erschlossen werden.

Je besser die Kenntnisse in einer fortgeführten Fremdsprache im schriftlichen und mündlichen Sprachgebrauch sind, desto leichter werden sich auch anspruchsvolle Texte und mündliche Äußerungen in einer anderen romanischen Sprache oder Englisch erschließen lassen. Das heißt, je höher das Niveau ist, das in einer Sprache erreicht wird, desto größer ist der Nutzen für eine andere Sprache und das betrifft ausdrücklich auch die Methodenkompetenz, die Fähigkeit zur Analyse und Produktion von Texten. Anders gesagt: Wenn ich den Spracherwerb auf einem niedrigen Niveau abbreche, wird der Transfer auch nur auf diesem Niveau möglich sein und wenig produktiv sein für die Arbeit auf der Oberstufe oder Universität.