Zum Abschied schreibt ...
Liebe Schülerinnen und Schüler,
34 Jahre lang habe ich an unserer Schule unterrichtet, in Teams an Kunst- und Medien-Projekten gearbeitet, aber auch Studienfahrten nach Paris, Prag, Florenz und Basel mitorganisiert oder geleitet. Es war immer spannend und kurzweilig mit Kindern und Jugendlichen zusammenzuarbeiten. Vor meinen Augen entstanden faszinierende Bilder, Bauwerke, Zeichnungen und Phantasiekonstruktionen. Der Kunstunterricht war allerdings nicht darauf angelegt, Kunstgenies aus euch zu machen. Vielmehr ging es darum, die Kreativität zu fördern und die Wahrnehmung für Kunst, Architektur und Design zu sensibilisieren. Und ich kann sagen – über all die Jahre hinweg habt ihr äußerst motiviert und professionell mitgearbeitet. Dafür möchte ich euch danken.
Während meiner Schullaufbahn hat sich der Kunstunterricht ständig weiterentwickelt. Besonders die multimediale Ära ab dem Jahr 2000 war für mich eine große Herausforderung, aber auch Bereicherung. Berührungsängste mussten abgebaut werden. Fächerübergreifende Projekte in Zusammenarbeit mit den Multimedia-Teams und Herrn Herz (jetzt Allgäu-Gymnasium Kempten) ließen diese schnell verschwinden. Die Begeisterung und das Durchhaltevermögen der Schülerinnen und Schüler bei der Gestaltung digitaler Präsentationen wurden durch zahlreiche Preise und Auszeichnungen belohnt und machten das JBG 2003/04 europaweit zur erfolgreichsten Schule im Bereich Multimedia.
Natürlich denke ich auch gerne an die konzentrierte Atmosphäre in ganz klassischen Zeichenstunden zurück. Etwas realistisch zeichnen zu können, hat zu meinem Erstaunen nie an Attraktivität verloren. 2009 belegte eine Studie, dass Jugendliche das Erlernen dieser Fähigkeit im Kunstunterricht am meisten schätzen.
Mit Zufriedenheit denke ich an 34 Jahre Schuldienst zurück. In dieser Zeit habe ich sehr viele sympathische und angenehme Schülerinnen und Schüler, Kolleginnen, Kollegen und Direktoren, sehr hilfsbereite Sekretärinnen und Hausmeister kennen gelernt, bei denen ich mich für die gute Zusammenarbeit bedanken möchte, denen ich aber auch viel Kraft für die Bewältigung zukünftiger Aufgaben wünsche. Ich verlasse nun die Schule, bevor mir ein Fünftklässler erzählt, sein Opa sei auch schon bei mir im Zeichensaal gewesen. Möglich wär‘s. Außerdem freue ich mich, wenn jüngere Lehrkräfte die Chance bekommen, am JBG Kunst zu unterrichten.
Red. – Die Abschiedsworte von Herrn Wolfgang Severa lesen Sie bitte im ersten Blickpunkt des neuen Schuljahres.
von L. Köbler